Martinshorn gleich Martinshorn?

Was Gebäckstück und Einsatzsignal gemeinsam haben

Zu St. Martin ist es Brauch zu teilen. Vieler Orts bricht man gebackene Martinshörnchen und gib ein Stück seinem Nächsten. Auf Feuerwehrfahrzeugen sind ebenfalls Martinshörner zu finden. Diese akustischen Warneinrichtungen sollen den Einsatzkräften im Notfall freie Bahn schaffen. Dabei tut sich die Frage auf: Gehen diese beiden Namensvetter auf den selben Ursprung zurück?

Der Brauch am 11. November Martinshörnchen zu backen und zu teilen, begründet sich auf den Heiligen Bischof Martin. Eines Tages soll Sankt Martins Pferd ein Hufeisen verloren haben. Ein polnischer Bäcker griff im 19. Jahrhundert diese Geschichte auf und formte ein Gebäckstück in Erinnerung an die Hufeisenform. Im Sinne von Sankt Martins Vorbild verteilte der Bäcker die Martinshörnchen an die Armen. So kam es der Sage nach zu den uns bekannten Martinshörnchen und auch heute teilen wir die Hörnchen wie einst Martin seinen Mantel.

Was ist aber mit dem Einsatzsignal der Feuerwehr? Nun auch dieses geht auf einen Martin zurück. Allerdings handelt es sich dabei um Max B. Martin. Dieser hatte in seiner Firma in Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr ein Mehrtonfolgehorn entwickelt und produzierte dieses bis zum Zweiten Weltkrieg exklusiv mit seiner Firma. Daher ist seitdem das Martinhorn oder auch umgangssprachlich Martinshorn als Synonym für Folgetonhörner von Einsatzfahrzeugen bekannt.

Wenn sie auch unterschiedlichen Ursprungs sind, so haben die Martinshörner jedoch eins gemeinsam: Beide stehen für den Dienst am Nächsten, der Hilfe für Bedürftige und in Not Geratene. Falls Sie Lust haben Sankt Martin nicht nur an seinem Ehrentag nachzueifern, sind Sie bei der Feuerwehr, beim THW oder den Hilfsorganisationen jederzeit herzlich willkommen.